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Mit dem Renault Kadjar durch die Wüste oder warum in Ausländern mehr steckt!

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Wenn du dich vor einigen Monaten als Mann in einem Crossover auf den Straße hast sehen lassen, wurdest du von vielen Freunden noch belächelt: „Was soll das überhaupt für eine Fahrzeugklasse sein?“ „Da passt doch nichts hinein!“
Ein heißgewaschener SUV für Menschen ohne Anspruch und ohne aufgeblasenes Ego. Spießer fahren doch nur so ein Auto! Mir bekannte Worte, die meiner Meinung nach obsolet sind, denn ich bin bekannter Weise riesengroßer Fan des Nissan Qashqai und nun fand ich mich im französischen Halbbruder wieder, dem Renault Kadjar.

Renault-Kadjar-Saragossa-EXPO-Gelaende

Was klingt, wie der gut definierte Homie aus deiner Berufsschulklasse, der Typ, der mit seinem coolen Lächeln und seinen absichtlich dermaßen falsch betonten super fett krassen Adjektiven der Geilheit und der vermeintliche Größe seines Phallus Ausdruck verleihen will, dabei jede noch so hübsche Frau zum Spielen mit den Haaren verleitet, ist auch einfach eine coole Sau – selbst wenn Anarthriker sich für ihn schämen würden. Doch der Kadjaaaaaaaaar mit gefühlt noch 107 weiteren „a“ will eigentlich eine ganz andere Zielgruppe erreichen. Nicht uns junge Wilde, die einfach nur Renaults wagemutige Bemühung um ein fortschrittliches Design mit mehr Instagram-Fotos loben, sondern die völlig geschafften Familienväter, die den Traum einen Sportwagen oder Oldtimer einmal zu besitzen mit der Mitteilung der Frau, sie sei schwanger, unglaublich lustlos aber gleichzeitig penibel akkurat mit einem 360° Windmilldunk im Papierkorb des Präfrontalen-Cortex versenkten.

Renault-Kadjar-Seitenansicht-EXPO-Saragossa

Für einen echten Journalist gehört es sich ja diese Spezies unter den Vierrädrigen-Antriebswellen-Versetzten im urbanen Habitat abzulichten. Moderne Architektur, die im Zuge der EXPO 2008 im Norden Spaniens gebaut wurde, langsam durch fehlende Wartung von der brennenden Sonne und dem milden Klima runtergerafft wird, bietet dabei eine hervorragende Kulisse. Hier muss der Renault Kadjar mit seinem satten „Flame Red“ einfach nur die trübe Kulisse im Hintergrund in den Schatten stellen. Gut, dass wir Architektur hier auf MANCVE lieben und den Crossover ein wenig künstlerisch in den modernen Baustil einbeziehen konnten.

Renault-Kadjar-EXPO-2008-Zaragoza-Test

Renault-Kadjar-Roadtrip-Tuleda-Navarra-Spain

Mit einem Verbrauch von unter 5,1 l auf 100 km/h begnügt sich der Renault Kadjar 1,6 l Diesel (ENERGY dCi 130) damit auch mit nur minimal mehr Kraftstoff als die Werksangabe verspricht. Ein wirklich ruhiges Aggregat, welches vor allem für Pendler und Außendienstler den Favorit unter den Motorisierungen darstellen wird. Aber wofür sind wir eigentlich in Spanien? Sicherlich nicht um mit 320 Nm Drehmoment und optionalem Allradantrieb (der lediglich elektronisch verteilt) mit 90 km/h die Bodenfreiheit von 190 mm außer Orts anhand der geretteten Insekten vor dem sicheren Tod der wuchtigen Frontstoßstange. Nein, wir haben uns in dem staubtrockenen Gebiet rund um Saragossa, welcher lediglich an einem der letzten Tage einmalig von einem Monsunartigen Regen heimgesucht wurde, eine Pfütze gesucht um den Hauch Offroad-Capability in der DNA bildgewaltig zu untermauern.

Eingefroren, farbenfroh liegt unsere Pfütze mitten im Bild verdeckt von einem mutigen Kerl, dem auch körperlich schwere Tätigkeiten nicht allzu sehr zusetzen. Hier sei gesagt, dass die Scheibenwischer immerzu für klare Sicht sorgen, bei Kuhdung allerdings aufgrund der Dichte der Flüssigkeit nur noch einen großflächigen, Aromaerfüllten Schmierfilm hinterlassen mit einer Transparenz von satten 0 %!

Renault-Kadjar-Offorad-4x4-I-AWD-Mud

Renault-Kadjar-Dreckig

Da ein bisschen ökologisches Bewusstsein prima mit einem Ausflug in ein Naturschutzgebiet harmoniert, wird gleich der Weg in das Bardenas Reales eingeschlagen. Hier warten Schalglöcher der Größe eines Medizinballs, zerstörtes Mauerwerk, viel Staub und Schlamm auf das denkbare Versagen einer oder mehrerer Fahrzeugteilen. Aufgeputscht mit der synthetischen Droge 4×4 –I zieht sich der Renault Kadjar aus jedem noch so schlimmen Schlamassel. Lock bedeutet hier nur bis 40 km/h tatsächlich auch „geschlossen“, sprich eine Kraftaufsplittung von 50:50 auf die Achsen – beim Safer Sex wäre das sicherlich bei Fahrtaufnahme semigut. Da man das Offroad-Fahren jedoch in der Regel mit viel Gefühl und Verstand angeht, keinesfalls hinderlich. Die Bodenfreiheit und der um 2° geringere Böschungswinkel zum Nissan Qashqai sind komplett zu vernachlässigen.

Renault-Kadjar-Bardenas-Reales-Offorad-Trail

Bardenas-Reales-Navarra-Lehm

Obwohl unser Tank noch voll ist, die Kräfte aber nach einigen Stunden in dem Setting der Spaghetti Western nachließen, ist das Ansteuern der nächsten Tanke Pflicht. Verschnaufen, den Gedanken in der schier unüberschaubaren Wüste um Tuleda freien Lauf lassen und neues nicht durch alte Denkweisen schlecht reden – der Kadjar kann viel mehr als manch einer denkt – Selbstbewusstsein ist eben alles. SUV und Jeeps sind heutzutage nicht einmal ansatzweise funktionell. Frankreichs neuer Exot schon, er ist einfach ein geiler Typ. Das komplette Foto-Set findet ihr bei Marcel Langer Photography.

Renault-Kadjar-34-AVIA-Spain

Fotos: Marcel Langer für MANCVE

4 Responses

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