A World’s First: Nissan X-TRAIL inspired 7-Seater Bob Runs Olympic Rink in Innsbruck

A World’s First: Nissan X-TRAIL inspired 7-Seater Bob Runs Olympic Rink in Innsbruck

Der erste Siebensitzer-Bob in der Geschichte des Wintersports. Nissan will das unmögliche möglich machen. „Innovation that excites“ – ein Grundsatz der Japaner, welcher bei 105,2 km/h im spiegelglatten Eiskanal von Igls einleuchtet während Seitenkräfte von bis zu 4,5 G auf dich einwirken. Ein Rekordversuch, bei dem wir nicht nur live dabei sind, sondern direkt hinter dem Fahrer als Crewman Platz nehmen.

Starthaus-Olympiaworld-Innsbruck

Mit dem erfahrenden Profi-Bobkonstrukteur Diego Menardi aus Cortina d’Ampezzo in Italien, der bereits seit mehr als 37 Jahren Vierer- und Zweier-Bobs für Nationalteams entwirft und realisiert, kann Nissan das verrückte Projekt erst anstoßen, so der Designchef Darryl Scriven. Zwar wird der Blueprint des Bobs bei Nissan Design Europe in England als willkommene Abwechslung zu den sonst täglichen Arbeiten an Türgriffen, Armaturenbretter usw. und neue Erfahrung wie auch große Herausforderung angesehen. Allerdings gilt es hier einige wichtige Kriterien einzuhalten, denn auch wie bei der Konstruktion der Fahrgastzelle muss ein Bob eben bestimmte Bedingungen erfüllen um als sicher zu gelten – immerhin wirken ungemeine Kräfte auf Mensch und „Maschine“ – ein extrem verwindungssteifer Rumpf ist also ein Muss! Damit Menardi und die Designer in Cranfield, London auf einen grünen Zweig kommen vermittelt Ian Richardson, seinerseits ehemaliger Vorsitzender der British Bobsleigh Association und damit Experte im Sport, zwischen den beiden Welten.

Warum also sieben Sitze? Ganz einfach, Nissan will die Grenzen verschieben. Sei es mit einem Crossover-Modell, das mit sieben vollwertigen Sitzplätzen aufwartet und nach Abenteuer ruft, oder eben einem verlängerten Vier-Personen-Bob. Richtig gehört, Diego nimmt als Basis nämlich den Rumpf eines regulären Bobs und sägt diesen auseinander. Nissan darf sich mit kompletter Narrenfreiheit am Vorderboot, welches die Seilzuglenkung enthält, austoben und das Design dem des X-TRAIL angleichen, wohingegen der Bobbauer sich um das Hinterboot mit dessen erhöhten Flanken kümmert.

7-Sitzer-Bob

Um nicht nur einen Weltrekord mit dem ersten Siebensitzer-Bob aufzustellen, sondern auch möglichst schnell durch den Eiskanal zu jagen wird die Aerodynamik im hauseigenen Windkanal getestet. Zufrieden mit dem Werkstück bekommt die geöffnete Konserve die original Lackierung „Solid Red“ aus der Farbpalette von Nissan. Bumerang-Leuchten, V-förmige Front und Platz für sieben Personen: obwohl das Sportgerät extrem leicht aussieht, bringt es nun unglaubliche 895 kg Trockengewicht auf die Waage! Mehr als das vierfache Gewicht eines olympischen Viererbob der Herren!

Nissan-X-TRAIL-BOBSLEIGH

Nun ist der Bob schon gut herum gekommen: England, Italien, Deutschland und die Endstation auf der Olympischen Bobbahn in Igls, wo wir als Amateure auf unseren Einsatz warten. Im Starthaus ist es unheimlich still, man kann beinahe die groben Schneeflocken auf dem Boden landen hören. Volle Konzentration, denn der ehemalige Medaillengewinner der Olympischen Winterspiele 98 in Nagano, Sean Olsson, wird den gerade einmal 85 cm hohen Schlitten mit uns durch den Kanal lenken. Wir, ein Haufen durchgeknallte Normalmenschen mit dem Hang zu extremen sportlichen Herausforderungen. Denn außer dem nicht vorhandenen Verstand, bringen wir nur eines mit: Masse! Je mehr Masse desto besser. Aber wie kommen sechs Personen, die für einen Bob eigentlich zu groß, zu schwer und zu ungelenkig sind bitte in die 4,2 m lange GFK-Schale? Angst vor Körpernähe darf man nicht haben, denn während sich der letzte im Bunde, Angelo, wie ein Äffchen auf Pilzen panisch an dir festhält, weil sein Allerwertester wortwörtlich über dem Ar***kalten Eis hängt, musst du noch vor dir deine langen Stelzen bei Johannes aus der Jackentasche ziehen und Milos unter die Arme klemmen (bei den beiden findet ihr übrigens den Fahrbericht zum Offroad-tauglichen Crossover, der uns bis hoch an den Eiskanal brachte). Yoga im Bob – das klappt, wenn auch unfreiwillig. Naja, es ist sowieso zu spät noch etwas zu ändern als der Bob die Rampe hinunter saust. Kaffefaaaaaahhhhhhhhhhh! Binnen Sekunden erreichen wir das Reisetempo von 105,2 km/h, die evolutionären Reflexe sich an irgendwas festzukrallen retten das Leben und ein gerader Rücken wie beim Kreuzheben beugt dem Bandscheibenvorfall vor, denn das Sportfahrwerk ist hier serienmäßig! Nun kommt die fast 180° Linkskurve in der die Konserve komplett nach außen getragen wird, sprich an die Spitze der Steilkurve und wenn dein Körper dort mit einer Kompression von 4,5 G hängt, dann weißt du wie schwer es ist das automatische Fluchtverhalten zu unterdrücken, denn der Apfelstrudel war zwar lecker, aber muss nicht nochmal deinem Vordermann serviert werden. In den 14 Kurven des Eiskanals hätte ein normales Fahrzeug garantiert schon acht mal die Seitenairbags ausgelöst, aber hier kannst du nur mit der Verlagerung deines Körpergewichts den harten Stößen entgegenwirken. Die etwas über 40-sekündige Fahrt kommt aufgrund der körperlichen Belastung weitaus länger vor als sie ist, doch der Adrenalinschub danach ist unbezahlbar und macht süchtig, auch wenn du durchweg dafür gebetet hast bloß nicht abzufliegen. Ich sag das obwohl ich nie ein großer Fan von Achterbahnen war, allerdings ist es äußerst verwerflich den Bob nicht in den LKW zu schieben und wieder hochzufahren um die nächste Fahrt anzutreten. Wir sind zum Spaß gekommen und verlassen Igls mit der schnellsten Zeit in einem 7-Sitzer-Bob, die jemals auf dieser Bahn gefahren wurde! Auf die nächsten Abenteuer mit dem X-TRAIL als Wegbegleiter oder eben auf Kufen!

Blogger, eine ganz spezielle Art Mensch.
Blogger, eine ganz spezielle Art Mensch.

Fotos: Nissan

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