Audi R8 LMS GT4 holen doppelten Klassensieg beim 24h Rennen

Audi R8 LMS GT4 holen doppelten Klassensieg beim 24h Rennen

Der Audi R8 LMS GT4 feierte vergangenes Wochenende in der SP-X-Klasse sein Renndebüt. Phoenix Racing schickte im Auftrag von Audi Sport customer racing zwei der seriennahen Fahrzeuge in das 45. ADAC Zurich 24h Rennen auf dem Nürburgring. Bei der Premiere holten sich die Audi R8 LMS GT4 den doppelten Klassensieg. Souverän und ohne große Probleme.

45. ADAC Zurich 24h Rennen Nürburgring Audi R8 LMS GT4 Pitstop Phoenix Racing

Es war der nächste große Streich der Ingolstädter nach dem Launch des Audi RS3 LMS für die TCR-Klasse nun auch ein kostengünstiges Rennfahrzeug für Privatkunden in der GT4-Klasse anbieten zu können. 60 % der Serienbauteile bilden weiterhin die Basis des Fahrzeugs, machen dieses preislich sehr attraktiv. Ein Audi R8 LMS GT4 kostet demnach nur knapp die Hälfte im Gegensatz zum GT3-Fahrzeug.

GT4-Markt mit großem Potential

Ein wichtiger Schritt, wirtschaftlich, logistisch wie auch Markentechnisch. Schließlich kann bei der Entwicklung und Wartung auf den gleichen Baukasten zurückgegriffen werden. GT3- und GT4-Fahrzeuge werden sich viele Komponenten teilen. Entscheidender ist aber die rasante Entwicklung des GT4-Markt in allen Regionen. Fans lieben dieses Fahrzeug. Kunden profitieren durch die Synergie von günstigen Konditionen bei Anschaffung und im Unterhalt.

Wie ein Audi R8 LMS GT4 entsteht

Die größten Veränderungen sind der Umbau der Antriebsart von Allrad (quattro) auf Heckantrieb in Verbindung mit einem 7-Gang-Doppelkupplungsgetriebe. Dies ist notwendig, da das GT4-Reglement nur eine angetriebene Achse zulässt. Ferner wurde dem 5,2 Liter V10 Sauger eine neue Abgasanlage verpasst. Die maximale Leistung von 495 PS ist durch den vorgeschriebenen Luftmengenbegrenzer je nach Einstufung im Rahmen der BoP (Balance of Performance) anpassbar.

Weitere Modifikationen sind das in Zug- und Druck-Stufe verstellbare Fahrwerk, neue Bremsanlage mit größeren Sätteln und eine hydraulische Zahnstangenlenkanlage wie sie auch beim Audi R8 LMS GT3 zu finden ist. Der Großteil der Komponenten stammt tatsächlich aus der Serie, wurde aber unter Gesichtspunkten der Aerodynamik und im Sinne der Thermik der Kühl- und Bremssysteme optimiert.

Durch die geringen Anpassungen teilen sich das Serien- und Rennfahrzeug das gleiche Produktionsband in Győr. Ein enormer kostentechnischer Aspekt für Audi sport und die Kunden.

Straßensportler als perfekte Rennbasis

Wieso der Audi R8 die perfekte Basis für ein GT-Fahrzeug darstellt, erläutert Chris Reinke, Leiter Kundensport bei Audi. „Zunächst einmal gestattet das Reglement keine großen Abweichungen vom Serienstandard. Umso besser ist es, wenn ein Modell die Qualitäten besitzt, die der Audi R8 V10 als reinrassiger Sportwagen bereits ab Werk mitbringt. Diese leistungsfähige und ausgewogene Basis erlaubt es uns, Serien- und Rennwagen in den gleichen Anlagen zu fertigen. Die Zahl der gemeinsamen Teile ist mit mehr als 60 Prozent noch höher als zwischen GT3-Modell und dem Serien-Sportwagen, die etwa zur Hälfte identisch sind. Übrigens profitiert der GT4-Sportwagen auch von den Erfahrungen, die wir mit dem Audi R8 LMS über zwei Generationen hinweg gemacht haben. Bei Aspekten der Sicherheit haben wir den Standard übernommen.“

SP-X Klasse

Warum der Audi R8 LMS GT4 seine Premiere in der Klasse SP-X feiert? Da das 24h Rennen auf dem Nürburgring gewissermaßen für jeden Hersteller einen wichtigen Teil der Entwicklungsarbeit darstellt, war es wichtig ohne Homologation zu starten. Die Daten und Erkenntnisse aus dem Einsatz werden nun in die finale Bewertung bzw. Homologation einfließen, wodurch noch an einigen Stellschrauben gedreht werden kann. Ähnlich verlief auch die Einführung des Audi RS3 LMS TCR.

45. ADAC Zurich 24h Rennen Nürburgring Audi R8 LMS GT3 Phoenix Racing Mike Rockenfeller Nicolaj Moller Madsen

Audi R8 LMS GT3 von Phoenix Racing zeitweise auf Podiumskurs

Im Gegensatz zum starken Renndebüt der Audi R8 LMS GT4 kam der Audi R8 LMS GT3 nach einem Fahrfehler von Nicolaj Møller Madsen nur noch als 19. im Gesamtklassement in’s Ziel. Der junge Däne verlor beim Überrunden im Streckenabschnitt Hatzenbach die Kontrolle über das Fahrzeug und schlug in die Leitplanke ein. Aufgrund der außerplanmäßigen Reparaturstopps wurde der Audi R8 LMS weiter im Feld durchgereicht.

45. ADAC Zurich 24h Rennen Nürburgring Phoenix Racing Nicolaj Moller Madsen BW Anspannung Konzentration

„Wir hatten hier mit der Startnummer 5 ein superschnelles Auto. Leider wurden wir durch einen Fahrfehler nach hinten durchgereicht. Doch bis zum Ende haben sich die Fahrer wieder bis auf den 19. Platz vorgekämpft. Mir tut es ein wenig weh, zu sehen, wie spannend das Rennen am Ende war und was wohl passiert wäre, wenn wir dort hätten mitkämpfen können. Unser GT4-Projekt verlief anfangs unglücklich, in den ersten zwei Stunden lief vieles schief, was wir nicht in der Hand hatten. Danach liefen die Autos sehr gut, mit kleinen erwarteten Problemen, und kamen auf die ersten beiden Plätze in der Klasse.“ – Teamchef Ernst Moser.

Fotos: Stefan Maaß; Titelbild: Marcel Langer für MANCVE.com

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