Das kurze Leben der Reifensätze bei einem 24h Rennen

24h Rennen sind eine eigene Welt für sich. Sowohl für Zuschauer, Fahrer und Teams wie auch die Rennboliden der verschiedenen Fahrzeugklassen selbst. 24 Stunden bedeuten aber auch viele Messwerte, Zahlen und Ergebnisse. Heute widmen wir uns allerdings nur einem Teilaspekt im Motorsport. Dem Reifen.

Nichts ist so entscheidend für den Rennausgang wie die einzige Kontaktfläche des Fahrzeugs mit dem Boden. Keine Sorge. In diesem kurzen Einblick hinter die Kulissen geht es weniger um die Ingenieurskunst und Entwicklung eines Reifens, als um die logistische Herausforderung.

Statistiken und Kennzahlen – Ein Traum für BWLer

Verlässliche Werte liefert uns Bridgestone, die den Lexus RC F GT3 von Gazoo Racing mit Potenza Motorsport-Reifen ausgestattet haben. Im Einsatz sind der Potenza Dry Slick und Potenza Wet. Es handelt sich hierbei speziell um Pneus, die für den Einsatz bei der VLN entwickelt wurden sind. Folgerichtig können Endverbrauchen die Reifen ganz normal kaufen. Mehr Informationen findet ihr hier.

Weiter im Text. Viel mehr: weiter mit den Fakten.

Einsatz über 225 km ist die Regel

Insgesamt wurden Gazoo Racing für den Lexus RC F GT3 25 Reifensätze zur Verfügung gestellt. 17 wurden während des Rennen verwendet. Das Fahrzeug ist pro Stint/Reifensatz im Schnitt 8 – 9 Runden gefahren. Hochgerechnet bedeutet dies, dass ein einzelner Satz im schonungslosen Rennbetrieb auf der Nordschleife knapp 225 km zurücklegt. Ein weiteres Team ist mit dem gleichen Reifen sogar zwischen 24 und 26 Runden gefahren! Das entspricht gut 650 km!

Natürlich sind Teams mit finanziellem Backup „verschwenderisch“ und leisten sich nach jedem Service des Fahrzeugs, der i. d. R. ungefähr jede Stunde erfolgt, einen frischen Satz. Es ist allerdings faszinierend, dass die Reifen unter der Art der Belastung auch locker noch einmal die gleiche Beanspruchung ertragen können.

Entwicklungsarbeit

Wer nun denkt, dass es mit dem Tyre Fitting im Montagezelt im Fahrerlager mit zwei Männern getan ist, liegt weit daneben. Alleine für die Betreuung eines Kunden hat Bridgestone ein 8 Mann-Team aus Ingenieuren, Technikern und Monteuren Toyota / Gazoo Racing zur Seite gestellt. Plus unzählige Reifensätze.

Da die Reifen bereits in der japanischen GT Serie von unterschiedlichen Rennteams genutzt werden, können wichtige Rückschlüssen für die Entwicklung der Motorsportreifen wie auch regulärer PKW-Reifen gezogen werden. Dies gilt für alle Reifenhersteller durchweg. Motorsport kostet viel Geld, unterzieht die Produkte aber auch einem gnadenlosen Härtetest.

Weitere Fakten und ein Blick hinter die Kulissen: Rennpremiere des Audi R8 LMS GT4.

Titelbild: Marcel Langer

Verwandte Stories

Leave a Comment

Kommentar verfassen