Es ist Mitte August und der Jahresurlaub steht bevor, so zumindest der Plan. Denn wie auch die Jahre zuvor steht bisher nur eins fest, es soll ein Ziel werden, an dem wir noch nicht waren. Etliche Gläser Weißwein und Recherchen später steht die Location endlich fest. Ziel, die Yucatan Halbinsel im Süden Mexikos! Mittelamerika Roadtrip here we come!

6 Wochen später sitzen wir bereits im für uns wohl letzten Flieger, der zu diesem Zeitpunkt schon insolventen Fluggesellschaft AirBerlin. Fühlt sich etwas komisch an, wenn ein Teil deutscher Luftfahrtgeschichte zu Ende geht. Überraschenderweise war es jedoch einer der angenehmsten Flüge seit langem, ob es an der kompletten Sitzreihe für 4 Personen lag, die wir ergattern konnten? Mit einem letzten Blick auf die Uhr verlassen wir das sonnige aber nur 16° warme Düsseldorf in Richtung Cancun. Augen zu und träumen…

Der Yucatan Roadtrip

4 Blockbuster, 8.500km und 11 Stunden später befinden wir uns bereits im Landeanflug. Wir erhaschen einen ersten Blick durch das Kabinenfenster und sehen kristallklares Wasser sowie flaches Land bis an den Horizont. Berge? Gibt es hier nicht! Das einzige was in die Höhe ragt sind die Hotels in Cancun und die Maya Tempel inmitten der Wälder. Wir sind schon gespannt als uns der Shuttlebus von Europcar einsammelt und zum Fahrzeug bringt. Raus aus der Holzklasse rein in die Ledersitze, denn Mercedes-Benz stellt uns einen konfortablen GLA200 zur Verfügung, der uns 3 Wochen durch das Land begleitet. 20 km später – endlich angekommen im Hotel. Die Stadt selbst hat außer Bars nicht viel zu bieten. Der Sandstrand aber ist wundervoll breit und weiß. Am nächsten Tag mit einem kurzen Stop in Playa del Carmen direkt weiter nach Tulum.

Strände wie gemalt

120 km südlich liegt neben etlichen Zenoten auch die einzige Maya Ruine direkt am Meer. Die Karibik zeigt sich von der schönsten Seite – nicht zuletzt deswegen weil sich hier einer der atemberaubendsten Strände der Welt zu finden ist. Im Naturschutzgebiet von Sian Kaan gehört ein SUV nach dem Verlassen der Straßen zum Pflichtprogramm. Ein erster Härtetest für den GLA mit einer Bodenfreiheit von knapp 20 cm. Die 60 km lange Strecke nach Punta Allen die an Mangroven, Krokodilen bis hin in das kleine 800 Einwohner umfassende Fischerdorf führt, besticht durch unzählige Schlaglöcher und Bodenwellen. Erstaunlich gut befördert uns der Fronttiebler mit 170 PS durch die Wildnis. Trotzdem sind wir sichtlich froh auf ein ruhiges Boot zu steigen, um unserer Wirbelsäule etwas Entspannung zu gewähren. Vor dem Rückweg schaudert uns es aber jetzt schon.

Next Stop – Weltwunder

Das sonst flache Land ist größtenteils nur an den Küsten besiedelt. Somit können wir auf den nächsten 300 km bis nach Chicen Itza den Tempomat auf 120 km/h einstellen und in die endlose Ferne blicken. Die Straßen in Yucatan sind aufwendig ausgebaut. Bis auf Spinnen und Affen sieht man kaum noch Menschen in der Wildnis. Daher sollte man auch vor jedem längeren Trip neben genügend Wasser auch ausreichend Kraftstoff im Fahrzeug bei einem Yucatan Roadtrip zu haben. Vier Stunden später mitten Im Urwald thront sie dann endlich majestätisch aus dem Urwald hervor und blickt über die üppige Vegetation bis an den endlosen grünen Horizont. Chichén Itzá ist seit 1988 ein Weltkulturerbe und damit eines der neuen Weltwunder. Der Tempel strahlt eine gewisse Mystik aus, lässt erahnen wie die Ureinwohner Yucatan wohl gelebt haben. Wer seine Ruhe haben möchte, sollte früh anreisen, vor allem weil es ab Mittags unerträglich heiss wird. Auf dem Weg nach Merida passieren wir Izamal – die gelbe Stadt – die im Kern vollständig gelb ist und viel Einfluss der Spanier zeigt. Der von den Blessuren der letzten Touren gezeichnete GLA braucht unbedingt eine Dusche. Pedró erwies sich auch bei 37° Celcius als fröhlicher Einheimischer, der sichtlich gut gelaunt war ein solch seltenes Fahrzeug auf dem Hof begrüßen zu dürfen.

Auf ins Landesinnere

Neben kalten Getränken werden wir auch mit frisch gepflückten Limetten versorgt. Es fühlt sich an wie ein Stück Heimat. 9.000km entfernt am anderen Ende der Welt. Eine Stunde und etliche Gespräche später geht es mit einem Lächeln weiter nach Merida. Die erste und einzige Millionenstadt auf unserer Tour. Hier weht ein anderer Wind, auch was die Mentalität der Einheimischen angeht. Mit unserem Mercedes fällt man auf den hiesigen Straßen und teuren Hotels weniger auf als im platten Land. Wem Mexiko Stadt zu weit weg ist bekommt hier vielleicht einen ersten Eindruck vom Großstadtleben in Mexiko.

Ein Tag reicht uns jedoch aus. Genug Kilometer auf unserem Roadtrip abgespult; viele Abenteuer erlebt. Die letzten Tage der Tour verbringen wir auf Holbox am nordöstlichen Ende der Halbinsel. Keine Autos, keine Hotelbunker. Nur weißer Strand, Palmen und Flamingos. Genau richtig um in sich zu kehren und das erlebte Revue passieren zu lassen.

Zuguterletzt verschlägt es uns zurück nach Cancun, wo wir auf der 17 km² Hotelanlage direkt am Golf von Mexiko die letzten Tage des Sommers einfangen bevor es zurück nach Europa geht. 21 Tage haben wir in Mexiko verbracht. 2.000 km mit dem Auto zurück gelget. Gerne hätten wir noch viel mehr vom Land erkundet und Eindrücke festgehalten. Obwohl wir innerhalb dieser Zeit sehr viel Glück mit dem Wetter hatten, haben wir uns aufgrund von Erdbeben und Hurricanes für eine kürzere Route entschieden. Ein Grund mehr dieses wunderbare Land noch einmal zu bereisen.

Adios y hasta luego!